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Telefonklingel

Mir wurde vor kurzem die Frage gestellt “ Wie kann ich zu Hause ein altes Telefon klingeln lassen ? “ Ja da gibt es mehrere Möglichkeiten. Aber so als Schaltung habe ich erst an einen Timer IC gedacht und da ich noch ein paar von den NE555 in der Bastelkiste hab, habe ich damit eine Schaltung auf das Steckboard aufgebaut.

Also das Prinzip ist mit dem Timer NE555 ein Interwall auszugeben und damit einen Transistor zusteuern, welcher ein 5Volt Relais schaltet und so eine Spannung auf ein Trafo gibt (Trafo z.B. 220~V auf 12~V) diesen rückwärts betrieben um so eine kleine Spannung, hoch auf ca. 60 bis 90 Volt zu transformieren. Da die alten Telefone eine Klingelspannung von ca. 60 – 90 Volt benötigen. Um einen guten Klingelton hin zubekommen sollte man 25Hz (25 Impulse pro Sekunde) schaffen.

Das funktioniert schon sehr gut. Aber damit das ganze noch besser funktioniert habe ich Mosfet Transistoren Module (schneller in den Zyklen und leistungsstark) mit einen Arduino angesteuert und damit einen Trafo. Das geht dann mal richtig gut. Denn das Relais wird hier an seine Schaltinterwallgrenze betrieben und das geht nicht wirklich lange gut! Vorteil ist, es ist einfach man kommt mit einer USB Versorgung aus und durch den Arduino ergeben sich noch weitere Möglichkeiten. Der Arduino hat aber erstmal nur ein ganz simples Programm welches PWM Signal an das Mosfetmodul sendet.

Na das schaut doch schonmal viel besser aus und kann einfach auf einer Grundplatine aufgebaut werden. Das mache ich aber erst nach dem, meine weiteren Ideen mit eingearbeitet sind. Mehrere Telefone betreiben, Impulsverfahren auswerten und wenns mal klingelt, Audiodatein abspielen lassen 😉

Und wenn man sich das mal ansehen bzw anhören möchte so kann man das Video zum Beitrag hier anschauen.

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Haustelefonvermittlung

Was ein langes Wort, ok in diesem Projekt habe ich eine Telefonvermittlung gebaut. Diese ist für das verbinden von Kurbeltelefone gedacht. Geht aber theoretisch für alle Telefone welche kabelgebunden sind. Und na klar man kann das Projekt auch zweckentfremden, denn anstatt eines Gesprächs kann man auch kleine Spannungen weiterleiten und so auch bestimmte Geräte schalten.

Wie ist es zu diesem Projekt gekommen? Da ich ja hin und wieder im Radio und Telefonmuseum im Verstärkeramt aktiv bin und ich mich dort mit der Verbindung von alten Kurbeltelefonen beschäftigt hab. Diese werden natürlich, so wie früher, über eine Vermittlung geschaltet. Dies wurde damals manuel gemacht. Also an einer Vermittlung sitzt eine Person welche die entsprechenden Nebenstellen (Teilnehmer) mit der Amtsleitung oder aber auch ein Zimmergespräch herstellt. Das muss damals bestimmt spannend gewesen sein. Ich kann mir gut vorstellen dass das Fräulein vom Dienst so einiges wusste 😉

Das Fräulein vom Dienst.

Diese Vermittlung und noch weitere gibt es im Radio- und Telefonmuseum im Verstärkeramt bei Rheda- Wiedenbrück zu sehen.

Da diese Vermittlungen viele Jahre hinter sich haben und nicht unbedingt alle immer vollständig funktionieren, was auf fehlender Pflege und je nach dem wo diese Exemplare zuvor rumgestanden haben, zurück zuführen ist. Ist mir die Idee gekommen eine kleine Vermittlung zubauen welche immer noch manuel bedient wird. Die Vermittlung sollte ziemlich selbsterklärend sein. Jedoch intern wird teils über einen Arduino geschaltet. Dieser zeigt die aktuelle Verbindung zwischen Zentrale, Amt und Teilnehmer auf einen OLED Display an. Zusätzlich wird der Betriebszustand über LEDs angezeigt. Für mich ist das schon mal ein Vorteil den damit kann ich Fehlerquellen ausschließen. Aber es ist Bedienerfreundlich und Besucher können so schnell erkennen was wie angeschlossen ist und können auch selbst mal das Fräulein vom Dienst nachspielen.

Also von der Idee auf Papier zum PC bis auf dem Arbeitstisch. Beim Frühstück und meiner vierten Tasse Kaffee, ich hatte zufällig ein Heft und was zum schreiben in griffnähe liegen, habe ich mir Gedanken über die Schaltung gemacht. Erst dachte ich an einen Kasten mit Kippschalter um sämtliche Verbindungen zu schalten. Aber das war mir dann doch zu simpel. Also ein Arduino Nano habe ich noch über und eine Relaiskarte mit vier Relais drauf auch. Ein Oled Display war auch noch da. Nun gut Kleinkram wie Schalter, Taster, Dioden, Widerstände, LEDs usw. habe ich so gut wie immer vorrätig.

So war der Plan

Das Ganze muss nun noch irgend wie oder besser wo reingebaut werden. Da sitze ich so am Wohnzimmertisch und da lacht mich so ein kleines Tablet aus Holz an. Zack war es weg bevor meine Frau was merkt 😉 Ein Plan über die Anordnung der Elemente hatte ich nicht. Klar war das die Teilnehmer alle möglichst in einer Reihe sind und die Taster zu Schaltung zwischen Zentrale und Amt bzw. Teilnehmer sollen auch nebeneinander sein. Das Display welches die aktuellen Verbindungen zwischen der Zentrale, Amt und Teilnehmer anzeigt, soll unter den beiden Tastern kommen. Und die LEDs zur Betriebzustandsanzeige sollen untereinander in einer Reihe kommen.

Soweit sogut. Nach dem alles eingebaut war habe ich mich an den PC gesetzt um einen passenden Sketch (Programm Code für u.a. Arduino) zu coden (Schreiben). Dieser sollte die Relaiskarte passend steuern und das Display so wie die Status-LEDs. Hinzu eine kleine grafische Animation. Das könnt ihr euch auch gerne im Videobeitrag zur Vermittlung anschauen.

So es wird Zeit für den ersten Test. Durchschalten der Relais funktioniert gut. Auch das Display hat nach ein paar Programmierungsanpassungen alles gut dargestellt. Die LEDs wurden auch noch ein bisschen umprogrammiert (richtig angesprochen). Also alles von innen verbunden und zum testen habe ich noch ein Feldtelefon ehemals von der Bundeswehr und ein Wählscheibentelefon von der damaligen Bundespost in mein Reservoir. Das Wählscheibentelefon hat natürlich keine Induktionskurbel aber das macht nix, denn läuten tut es genauso gut. Und Sprechen bei entsprechender Spannungsversorgung geht auch. Das Feldtelefon hat eine eigene Spannungsversorgung das Wählscheibentelefon muss separat mit Spannung versorgt werden. Diese Spannung kam früher über die Telefonleitung. Das habe ich gewissermaßen auch so realisiert.

Hier der Testaufbau mit einem Wählscheibentelefon der Vermittlung.

Wie man sehen kann sind unter den Kippschaltern auch jeweils eine rote LED angebracht. Diese signalisieren ein Gesprächswunsch von dem jeweiligen Teilnehmer (Nebenstelle) da die Grundschaltung immer von der Zentrale zum Amt steht. Also fehlen noch die Beschriftungen und ein Displayschutz, dieser hat zwei Fenster hinter dem einen ist das OLED Display und hinter dem anderen kommt evtl. ein QR Code der es dem Interessierten möglich macht mit seinem Handy zu diesen Beitrag hier zu gelangen.

So und nun hier das Video zum Beitrag. In diesem Video erkläre ich das ganze und führe es auch vor. Auch hier werde ich wahrscheinlich noch ein zweites Video oder Bilder direkt im Radio und Telefonmuseum machen.

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Nicht zu vergessen alles unter Kontrolle von Minki

Minki

Die Vermittlung steht nun im Museum. Ich habe noch eine Displayabdeckung entworfen und diese in einen 3D Drucker gefertigt.

Fernsprecher OB33

Der OB 33 ist ein Fernsprechgerät welches vor allem im Bereich der Eisenbahn eingesetzt wurde. Damals noch die Deutsche Reichsbahn. Inzwischen ist der Fernsprecher OB33 ein historisches Telefongerät. Zwei dieser Geräte benötige ich für die Funktionsüberprüfung bzw. Funktionsherstellung eines Klappenschranks. Beides ist vom Radio und Telefonmuseum (Das ehemalige Verstärker Amt) zu sehen.

Die zwei Fernmeldetelefone waren schon ziemlich mitgenommen und damit ich diese zum Testen nutzen kann musste hier auch erstmal die Funktion hergestellt werden. Des weiteren habe ich diese Geräte wieder aufgewertet. Der aktuelle Zustand war nicht so gut.

Diese Geräte sind eigentlich für die Ewigkeit geschaffen. Aber es waren in ihrer einsatzaktiven Zeit halt nur Nutzgegenstände und damals war man sich der historischen Werte dieser Fernsprecher offensichtlich nicht bewusst. Also den Umwelteinflüssen überlassen.

Also ran ans Werk, putzen, schleifen, bonern und neu lackieren. Leider hat man den einen Fernsprecher vor langer Zeit schonmal grob überlackiert und dabei auch die Kunstoffe einfach mit lackiert. Was echt scheiße ausschaut. Da musste ich die Farbe erstmal runter bekommen und das nach Möglichkeit ohne Verluste. Auch hat sich der Rost ins Blech schon tiefer eingefressen. Die Kabel werde ich belassen. Gerade die Kabelschnur vom Hörer zum Gerät hin, so wird das heute nicht mehr gemacht und deswegen bleibt dies.

Hier sind beide Exponate zu sehen. Nun ein wenig zur Technik der beiden Geräte. Für mich ein großer Schritt in die Vergangenheit, da ich hauptsächlich schon in der digitalen Welt aktiv bin aber natürlich kribbelt es mir in den Finger, denn ich will die beiden Geräte schließlich in Aktion sehen.

Beide Fernsprecher sind bis auf ein paar nicht nenneswerte Unterschiede identisch. Zu meine Zeit wo ich in Kontakt mit der analogen Telefontechnik gekommen bin gab es schon Telefone mit Wählscheibe und zum Betrieb waren auch nur zwei Leitungen nötig. Bei den beiden Geräten waren es 6 Leitungen die mich anlächelten. Ok ich dachte mir, lächeln kann ich auch. Das war nix. Also erstmal aufschrauben und sehen was es zu sehen gibt. Klar welche Ader von den 6 war wofür? Wissen ist Macht und die hatte ich über diese Fernsprecher noch nicht.

Also doch kein Hexenwerk. Wenn man es richtig anstellt funktionieren die Fernsprecher auch nur mit zwei Leitungen. Um einfach mal so zwei Apparate zusammen zu schließen werden vier von den sechs Adern je zwei zusammengeschlossen und die zwei übrigen werden zur eigenen Gleichspannung benutzt. Grundfunktion für die Akkustik ist Wechselspannung zum Klingeln und Gleichspannung zum Sprechen. Ein Gespräch mit Wechselspannung würde sich wie ein Roboter zu damaligen Zeit anhören. (Die heutigen künstlichen Sprachen sind schon verdammt Realitäts nah)

Der Einsatzort dieser Fernsprecher ist sogar noch bekannt. Den die am Gerät befindlichen Schaufenster hatten noch die alten Schriftkarten. In einem hatte sich sogar noch eine Schriftkarte hinter der anderen versteckt. Diese Aufschriften und Kürzel sind für mich als Eisenbahner & Lokführer nicht fremd und werden heute noch bei der Eisenbahn benutzt.

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In dem Video auch ein kleiner Ausflug zu den Örtlichkeiten bzw. Betriebsstellen.

In Aktion werde ich die Fernmelder mit einen Klappenschrank welcher als Verbindung mit anderen Gesprächsstellen agiert zeigen. Ich werde berichten.

Fertig, schaut gut aus und ich kann ans nächste Projekt gehen.