Ich habe hier ein Yaesu 736R vom Radio und Telefon Museum. Das Funkgerät habe ich zur reparatur in meiner Obhut genommen. Und mit der guten Hoffnung es wieder hin zu bekommen.

Das obige Bild zeigt das Ergebnis. Im großen und ganzen war der Transceiver betriebsbereit. Die technischen Defekte waren der VFO-Drehknopf welcher sich nicht mehr bedienen lies. Er hatte quasie ein Eigenleben entwickelt. Und die Beleuchtung der Signalanzeige. Natürlich im dem Alter etwas Rost angelegt. Auch ist das Gehäuse etwas mitgenommen.





Die Beleuchtung war natürlich kein Problem. Bei der größe des Funkgerätes ist genug Platz und ich habe auf LED’s umgerüstet. Das Licht findet den Weg in der Anzeige durch Plastikführung, ähnlich wie bei Lichtleiterkabel. Und da eine LED meist ein Lichtspot ab gibt, musste ich diese etwas anschleifen um eine akzeptable Ausleuchtung der analog Anzeige hin zu bekommen.


Der VFO lässt sich hier durch ein Encoder (Infrarot coder) einstellen. Dieser Encoder, im folgenden zu sehen, hat sein Dienstzeitende erreicht. Warum, kann man auf den Bildern welche unter dem Mikroskop gemacht worden sind erkennen. Erst dachte ich es ist in laufe der Zeit eine schwache Lötstelle, aber das war halt nicht so.






Hatte den Encoder dann am Oszilloskop nochmal getestet.


Nun musste ein Ersatz her. Dieser wurde relativ schnell aufgetrieben. Ich hatte Wilfried informiert, er wollt sich umhören, und das hat wunderbar geklappt. Hubert hatte ein Ersatz zur Spende abgegeben. Dieser scheint aus einem etwas jüngeren Model zu sein. Laut den Daten ist der feiner in den Daten. Also er reagiert schneller. Was aber kein Problem darstellt. Für Funker sowieso nicht 😉 Im Video habe ich den Encoder so weit wie möglich zerlegt und da zeige ich dann auch die Messung. Ich werde mal versuchen den alten Encoder zu reparieren. Ob das gelingt?

Hier sind beide Encoder zu sehen. Der von Hubert hatte dann eine gute Messung am Oszilloskop abgegeben. So konnte ich den auch mit ruhigen Gewissen einbauen.
Hier noch ein Bild von einem funktionierendem Encoder. Es gibt welche die sind innen mechanisch geschaltet und welche die funktionieren mit einer Optik z.B. Infrarot oder einer roten LED wie bei der Computermaus oft zu sehen.

So dann noch ein wenig Innenreinigung. Etwas Rost entfernt aber der kommt schnell wieder. Da muss man evtl Lack auftragen damit die Schirmbleche etwas besser geschützt werden.




Das Gehäuse wollte ich erstmal nicht umlackieren. Wenn es da noch zu kommt, dann gibt es da bestimmt auch Bilder von.
So und nun schaut euch das Video an. Das Gerät wird dann demnächst im Radio und Telefon Museum zu sehen sein. Und wer weiß evtl. hören wir uns von dort auch mal. 55 & 73

Vielen Dank für den detaillierten Bericht über die Instandsetzung des FT-736R! Besonders die Lösung mit dem angeschliffenen LED-Spot für die S-Meter-Beleuchtung ist ein klasse Tipp für die gleichmäßige Ausleuchtung. Ich besitze ein ähnliches Modell, das nach der Reinigung der Schirmbleche nun Probleme mit der Frequenzstabilität zeigt. Da du im Beitrag die Zusammenarbeit mit Experten wie Hubert erwähnst: Kennst du zufällig die technischen Spezifikationen oder Wartungshinweise, die in diesem Fachprofil unter (Link Gelöscht!) hinterlegt sein könnten, oder ist das eher ein allgemeines Verzeichnis für technische Dokumentation? Ich versuche gerade herauszufinden, ob der neuere Encoder-Typ die PLL-Einrastzeit beeinflusst. 73!
Hallo Rico,
vorweg: Ich arbeite überwiegend alleine 😉 Hubert hat lediglich ein Ersatzteil gespendet, da er solch ein Gerät besitzt, welches aber offensichtlich nicht funktioniert. Würde sonst keinen Sinn machen, wenn er aus einem heilen Gerät etwas ausbaut und spendet.
Leider lassen es meine zeitlichen Ressourcen nicht zu, noch andere Seiten im Internet zu durchforsten. Da müsstest du dich auf entsprechenden Seiten selbst informieren.
Wenn der Encoder bei deinem Gerät nicht mehr richtig funktioniert, dann kannst du einen neuen nehmen. Eine Rastung ähnlich wie bei einem Drehschalter gibt es beim Encoder eigentlich nicht. Der ist freiläufig – also so wie der VFO-Knopf bei einem Amateurfunkgerät. Nicht zu vergleichen mit den Kanalknöpfen, wie sie oft bei CB-Funkgeräten vorhanden sind. Die rasten zwar, sind intern aber meist Schalter.
Hast du einen Encoder, welcher eine Rastung besitzt, so ist diese mechanisch im Encodergehäuse vorhanden und dient lediglich dazu, dass sich der Drehknopf nicht so leicht verstellt. Das sollte dann aber auch genau mit dem Encoder übereinstimmen, da sich der Drehknopf in dem Fall immer in einer Rastung fixiert.
Um deine Frage weiter zu beantworten: Der Encoder gibt Impulse weiter. Diese können sehr fein oder eher grob sein. Einfach gesagt würde der Frequenzbereich im Normalfall schneller oder langsamer durchlaufen, obwohl du gleich schnell drehst.
Sollte es so sein, dass du einen High-End-Encoder hast, der die Impulse so schnell abgibt, dass diese nicht mehr gelesen werden können, dann einfach langsamer drehen 😉 Wenn dein Encoder anfängt zu qualmen, dann hast du eindeutig zu schnell gedreht 😉
Inwieweit Hubert mit der Materie versiert ist, kann ich nicht sagen. Frag ihn dazu bitte selbst noch einmal. Ich bin ja auch nicht allwissend und lerne gerne dazu.
LG
Peter
Hallo, ein wirklich toller und detaillierter Bericht über die Instandsetzung des FT-736R! Die Arbeit mit den LEDs und dem Ersatz-Encoder ist beeindruckend, besonders die Mikroskop-Aufnahmen. Da ich mich auch für die Langlebigkeit solcher Klassiker interessiere: Hast du bei der Rostentfernung an den Schirmblechen eigentlich spezielle Versiegelungen genutzt, oder gibt es da im Bereich der Funktechnik Empfehlungen, die man beachten sollte? Ich bin neulich bei der Recherche nach Wartungstipps auf diese Seite gestoßen (Links zur Seite gelöscht!) – weißt du zufällig, ob dort hilfreiche Informationen zu solchen Ersatzteilen oder ähnlichen technischen Projekten zu finden sind, oder ist die Seite eher für andere Zwecke gedacht? 55 & 73!
Hallo Katie,
erst einmal danke. Leider kann ich hier keinen Support geben. Wenn du die Bleche nach der Rostentfernung tatsächlich versiegeln möchtest, dann geht das mit einfachem Lack. Achte aber darauf, dass die Versiegelung die Massekontaktfähigkeit nicht beeinträchtigt, da die Bleche weiterhin mit Masse verbunden sind, unter anderem um die Abschirmung zu verbessern.
LG Peter