Wenn es um klassische Kurzwellengeräte geht, gehört der Yaesu FT-101Z für viele Funkamateure zu den interessantesten Transceivern überhaupt. Er stammt aus der Übergangszeit von Röhren- zu Transistortechnik und ist bis heute ein beliebtes Sammler- und Betriebsgerät.
Ein Exemplar aus dem Radio und Telefonmuseum bei Rheda- Wiedenbrück habe ich hier. Bei dem Gerät funktionier die PA (Endstufe) nicht. Ich habe den Hinweiß bekommen das der vorherige Besitzer dieses Gerät im VHF/ UHF oder sonst wo über diverse Gerätschaften (Konverter, Transverter) betrieben hat. Zum Schutz der extern angeschlossenen Geräte wurde wohl die PA auser Betrieb gesetzt. Nun wurde ich gefragt, ob ich das Gerät im vollen Umfang wieder instand setze und das habe ich gemacht.

Ja, ein tolles Funkgerät – ich finde diese Geräte wirklich sehr schön. Na dann will ich mal schauen, dass ich dieses Gerät noch vor meinem bevorstehenden Urlaub wieder instand setze. Die Technik ist mir bekannt, und Schaltpläne gibt es ja im Internet.
Die Kollegen aus dem RTM haben für mich auch noch Unterlagen zum Funkgerät bereitgelegt. Vorerst werde ich es aber leider nicht schaffen, zum RTM zu fahren (mit RTM meine ich das Radio- und Telefonmuseum).
Also werde ich mich so an das Gerät setzen und erst einmal einen geschulten Blick ins Innere werfen. Ich hatte mich schon auf diverse technische Veränderungen eingestellt, doch diese hielten sich in Grenzen.
Der Vorbesitzer hat selbst oder durch jemanden anderen ein paar Dinge im Funkgerät verbessert. Diese Geräte haben normalerweise einen vierpoligen Mikrofonanschluss, hier war jedoch ein achtpoliger Anschluss eingebaut.
Intern wurden offensichtlich einige Abgleicharbeiten vorgenommen sowie einige Bauteile leicht verändert. Aber alles zu meiner vollsten Zufriedenheit.





Das Gerät lässt einige Verbesserungen zu. Da es einen für damals schon umfangreiches Potenzial geboten hat. Darum schauen wir uns die Front doch nochmal genauer an. Und ich versuche die Bedienelemente mal zu erklären 😉

An der Frontplatte des Yaesu FT-101Z befinden sich sämtliche Bedienelemente, die für den täglichen Funkbetrieb erforderlich sind. Die Anordnung folgt einem klaren Aufbau, sodass alle Funktionen während des Betriebs direkt erreichbar sind, ohne dass Menüs oder Unterebenen aufgerufen werden müssen.
Im linken oberen Bereich befinden sich die Regler für den Mikrofon- und Sprachbetrieb. Der Regler VOX GAIN bestimmt die Empfindlichkeit der sprachgesteuerten Sendeumschaltung. Je weiter der Regler aufgedreht wird, desto leichter schaltet das Gerät beim Sprechen automatisch vom Empfang auf Sendung um. Direkt daneben befindet sich der kombinierte Regler NB–DELAY, mit dem die Wirkungsweise des Noise Blankers beziehungsweise die Verzögerungszeit der VOX eingestellt wird. Darunter liegen die Regler MIC GAIN und DRIVE. Mit MIC GAIN wird die Verstärkung des angeschlossenen Mikrofons eingestellt, während DRIVE die Ansteuerung der Endstufe regelt und insbesondere beim Abstimmen des Senders eine wichtige Rolle spielt. Rechts daneben befindet sich der Regler COMP LEVEL, mit dem die Stärke des Sprachprozessors eingestellt wird. Dieser erhöht bei Bedarf die durchschnittliche Modulation und verbessert dadurch die Verständlichkeit des Sprachsignals.
Im oberen mittleren Bereich befindet sich das beleuchtete Messinstrument. Es dient während des Empfangs als S-Meter zur Anzeige der Feldstärke empfangener Signale. Während des Sendens kann es, abhängig von der gewählten Messfunktion, unter anderem die Ausgangsleistung, den ALC-Wert oder den Anodenstrom der Endröhren anzeigen. Rechts daneben befindet sich die analoge Frequenzanzeige, welche den Fehlabstimmungsbereich innerhalb des gewählten Bandsegments darstellt. Mit dem Regler DIM kann die Helligkeit dieser Anzeige eingestellt werden. Über die darüber angeordneten Leuchtanzeigen wird angezeigt, ob der interne VFO, ein externer VFO oder einer der Speicherkanäle aktiv ist.
Den Mittelpunkt der Frontplatte bildet der große Abstimmknopf. Mit ihm wird die Betriebsfrequenz feinfühlig eingestellt. Die mechanische Untersetzung ermöglicht eine präzise Frequenzwahl, wie sie besonders im SSB- und CW-Betrieb erforderlich ist.
Unterhalb des Hauptabstimmknopfes befinden sich mehrere Drucktasten. Mit ihnen wird ausgewählt, ob das Gerät mit dem internen VFO, einem externen VFO oder einem der beiden Speicherkanäle arbeitet. Dadurch kann beispielsweise zwischen zwei voreingestellten Frequenzen oder zwischen Empfangs- und Sendefrequenz umgeschaltet werden.
Im rechten oberen Bereich befinden sich die beiden markanten Abstimmregler PLATE und LOADING. Beide dienen ausschließlich der Abstimmung der Röhrenendstufe. Mit PLATE wird der Resonanzpunkt des Ausgangskreises eingestellt, während LOADING die Anpassung der Endstufe an die angeschlossene Antenne übernimmt. Beide Regler werden nach jedem Bandwechsel beziehungsweise bei einer Änderung der Betriebsfrequenz gemeinsam verwendet, um eine maximale Ausgangsleistung bei gleichzeitig geringer Belastung der Endröhren zu erreichen.
Darunter befindet sich der Regler PRESELECT. Er stimmt den Eingangskreis des Empfängers auf die aktuelle Betriebsfrequenz ab. Eine korrekte Einstellung verbessert die Empfangsempfindlichkeit deutlich und reduziert gleichzeitig Störungen durch Signale außerhalb des gewünschten Frequenzbereichs.
Rechts daneben befindet sich der Doppelregler AF GAIN – RF GAIN. Der äußere Regler stellt die Lautstärke des Lautsprechers oder Kopfhörers ein. Der innere Regler verändert die Verstärkung des Empfängers. Bei sehr starken Signalen kann die Empfangsverstärkung reduziert werden, wodurch Übersteuerungen vermieden und der Empfang angenehmer wird.
Im unteren rechten Bereich befindet sich der Bandschalter. Mit ihm werden die Amateurfunkbänder von 160 bis 10 Metern ausgewählt. Dabei werden gleichzeitig die erforderlichen Schaltungen im Sender und Empfänger umgeschaltet, sodass das Gerät für das jeweilige Band vorbereitet ist.
Rechts daneben befinden sich zwei kleine Drucktasten. Die obere Taste schaltet zwischen Empfang und Sendebetrieb um, während die darunterliegende Taste für weitere Betriebsfunktionen vorgesehen ist. Daneben befindet sich der kombinierte Regler CLAR – SQL. Mit der Clarifier-Funktion kann die Empfangsfrequenz geringfügig verändert werden, ohne die Sendefrequenz zu beeinflussen. Dadurch lassen sich leicht verstimmte Gegenstationen exakt abstimmen. Die Squelch-Funktion ermöglicht es, das Grundrauschen bei FM-Betrieb oder bei entsprechenden Betriebsarten auszublenden.
Im unteren linken Bereich befinden sich die Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon. Daneben liegt der Betriebsartenschalter MODE. Mit ihm wird zwischen den Betriebsarten LSB, USB, CW-W, CW-N, AM, FM und TUNE umgeschaltet. Die Stellung TUNE dient ausschließlich zum Abstimmen der Endstufe und zum Anpassen an die Antenne.
Rechts daneben befindet sich der Regler APF/NOTCH – WIDTH. Im CW-Betrieb arbeitet dieser als Audio Peak Filter und hebt den gewünschten Ton hervor. Im SSB-Betrieb kann die Notch-Funktion störende Pfeiftöne unterdrücken. Gleichzeitig lässt sich mit dem Regler die Durchlassbreite des Empfängers verändern, wodurch entweder eine bessere Trennschärfe oder ein angenehmerer Empfang erzielt werden kann.
Zwischen dem Messinstrument und dem Betriebsartenschalter befindet sich eine Reihe von Kippschaltern. Mit ihnen werden Zusatzfunktionen wie der Sprachprozessor, der 20-dB-Abschwächer, verschiedene AGC-Geschwindigkeiten, die Auswahl der Messfunktion sowie der Noise Blanker ein- oder ausgeschaltet. Diese Schalter ermöglichen eine schnelle Anpassung des Gerätes an unterschiedliche Empfangs- und Sendebedingungen.
Ganz links unten befinden sich schließlich die Netzschalter POWER und HEATER. Beim Einschalten wird zunächst die Röhrenheizung aktiviert. Nach kurzer Aufwärmzeit ist die Endstufe betriebsbereit und der Transceiver kann für den Funkbetrieb verwendet werden.
Die gesamte Frontplatte des FT-101Z ist konsequent auf eine direkte Bedienung ausgelegt. Jede wesentliche Funktion besitzt einen eigenen Schalter oder Regler, sodass alle Einstellungen unmittelbar vorgenommen werden können. Dadurch vermittelt das Gerät ein sehr klassisches Bediengefühl und erlaubt es dem Funkamateur, sämtliche Betriebsparameter jederzeit im Blick zu behalten und ohne Umwege an die jeweilige Betriebssituation anzupassen.
Puh. Was ein Text, ob das alles so auch stimmt? Na man kann sich ja selber schlau machen, denn ich übernehme keine Verantwortung bei einer falschen Bedienung.
So schlussendlich habe ich den Yaesu wieder in gang gesetzt und muss sagen, das ich es anders gemacht hätte, um die PA ausser Kraft zu setzen, aber viele Wege führen nach Rom 😉 Hier nochmal ein paar Detailaufnahmen von der Front.






Ja natürlich noch ein Video zum Beitrag. Ihr wollt ja bestimmt sehen wie das Funkgerät im Betrieb ausschaut. In dem Video ist bei der Sendung von meiner einer ein hinterlegter Ton. Das ist durch die Lautsprecher vom PC welche nicht so toll abgeschirmt sind. Daran einfach nicht stören.
Ich hoffe es hat euch gefallen. 73 de NRWFUNK TNG
